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Die
Leiden der Sysadmins, Sysops, Netzwerkverwalter und anderen Rechnerknechte
Teil 1 |
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Es kommt einer vorbei, der ganz dringend etwas benötigt. Ich sage ihm, daß das ein ganz schöner Programmieraufwand sei, ob er das denn könne...? Konnte er natürlicht nicht, aber es sei wirklich sehr dringend. Ob ich ihm denn nicht bitte helfen könne? Ich nehme mir also zwei Abende nichts vor und programmiere ihm sein Programm. Auf meine Vollzugsmail kam keine Antwort. Eine Woche später traf ich ihn auf dem Gang an und fragte, ob er mit dem Programm zurecht kam. "Ach, das brauchte ich dann doch nicht mehr, hat sich sich gleich nachdem ich bei Ihnen war erledigt." Sehr häufig kommen Fragen in der Art: "Sie sind doch hier der TeX-Experte? Also, ich habe da zu Hause meinen Computer, da habe ich das EMM386 und die HIMEM.SYS in der Konfiguration und krieg da den Fehler, daß der Speicher zum TeXen nicht ausreicht..." oder: "Sie kenne sich doch gut mit dem WWW aus. Immer, wenn ich Netscape starte, stürzt bei mir zu Hause der PC ab..." Es ist mir wirklich rätselhaft, daß es für viele Leute so schwer ist, ein Betriebssystem von einer Anwendung zu unterscheiden. "Haben sie jetzt mal eine Viertelstunde Zeit? Ich habe nämlich gar keine Ahnung von Computern, ich habe nur mal am PC meines Sohnes gespielt. Können Sie mir da schnell mal Unix erklären, und wie man da programmiert? Ach, wo wir einmal dabei sind, eine kurze Einführung in TeX können Sie mir da sicher auch geben, ich habe ja gehört, das soll sehr gut sein. Und das ist nämlich dringend, bis nächste Woche soll ich da meinen Bericht abgegeben haben, und die Mails kamen immer nicht richtig an, obwohl ich meine Berichte doch mit Wordperfect geschrieben habe..." Nutzerin schreibt ihnem Schatzi in Canada eine Mail mit vielen Umlauten. Admin weist Nutzerin darauf hin, dass Umlaute in Canada nicht funktionieren könnten. Nutzerin stolz: "Wieso? Mein Freund ist doch Deutscher!" Nutzerin möchte das Uni-Logo von unserer WWW-Startseite auf ihre Hausarbeit drucken. Dazu ruft sie Netscape auf, druckt die Seite mit dem Logo aus, scannt die Seite ein, speichert das Logo als *.gif-Datei ab, druckt die entsprechende Seite aus, legt das Blatt nochmals in den Druckerschacht und druckt das *.gif-Bild darüber... Sekretärin beklagt sich: "Mein Netscape bringt immer diese komische Meldung." Admin: "Was für eine Meldung?" Sekretärin: "Weiß nicht; ich kann kein Englisch. Jedenfalls sind da zwei Knöpfe: Accept und Do not accept" Dieselbe Sekretärin, eine Minute später: "Ich will jetzt aber mal richtig ins Internet, und da kommt immer nur derselbe Text." Admin: "Das ist unsere Startseite." Sekretärin: "Ach, und da muß ich dann warten, oder wie...?" Ich kann berichten, daß ... ich zu einem persoenlichen Einweihungsbesuch bei einem befreundeten SysAdmin in seinem neuen Rechnerraum eingeladen war. Schon beim Betreten des Raums fiel mir auf, dass der "Notaus"-Schalter fuer die koplette Elektrik des Rechnerraums (mit dieversen Servern für ca. 350 User) sehr ungeschickt an der Tuer angebracht war. Beim Hinausgehen geschah, was geschehen musste: Ich loesste im Vorbeigehen versehentlich die Notaus- Schaltung aus. Meinem Kollegen fiel die Farbe aus dem Gesicht, die Knie wurden ihm weich - aber - nichts geschah: Die Elektriker hatten vergessen, das Ding anzuschliessen... (Inzwischen isses angeschlossen UND aus dem Geh-Bereich versetzt worden.) (Aus der Sparte: "Schwein gehabt") Ich kann berichten, daß ... Man selber braucht ja kein Backup. NIE. Ich geh zum Kunden, installier grad seinen nagelneuen Netware-Server, Wahnsinns-Performance, Burst-SRAM, Platte ohne Ende, alles auf PCI, selbst die Netzwerkkarte, Doppel-Pentium, aber er braucht kein Backup. Und natürlich auch keinen Streamer, oder ne CD-Rom Kopie von der Vollinstallation. Und 2 Tage später setzt sich die Putzfrau, auf den, zugegebenermaßen einladend, niedrigen Midi-Tower, der da in genau der richtigen Höhe in der genau richtigen Ecke steht, setzt sich drauf, verstopft die Lüftungsschlitze (es mußte ja dieses Designgehäuse mit den Schlitzen obern sein) und frühstückt. Und nachdem beide Netzteile angesprungen sind, die beiden Pentiumlüfter schon auf Hochtouren laufen und der Zusatzlüfter für die Barracuda grad den Geist aufgibt, steht sie auf, das Gehäuse ruckelt und bei der auf 120 Grad aufgeheizten Platte setzt ein Kopf kurz auf. Normalerweise macht das ja nix, wenn man den Kopf mal kurz aufsetzt, aber bitte nicht bei 120 Grad und ca. 3000 Umdrehungen in der Sekunde. Da platzt einem schon mal der Kragen, wobei die Reste des Kragens sich dann in die Bad-Sector-List, dem Boot-Sector und noch an ein paar anderen wichtigen Stellen niederlassen. Und dann brauchte er halt nun doch ein Backup ... Die Leiterin einer Filiale wird angerufen, weil die naechtliche Sicherung von Abverkaufsdaten per DFUE nicht funktioniert hat. Die pflichtbewusste Frau hatte sich am Tag zuvor Gedanken ueber den Stromverbrauch gemacht und dann abends den Hauptschalter betaetigt. "...aber das Telefon geht doch ohne Strom!" Na gut! Kurz geschluckt, man hat eine Sicherung auf PCMCIA und vorsichtshalber eine Diskette in jeder Filiale deponiert. Man greift zur DAU-Fernsteuerung: Sie druecken mit der rechten Hand die erste Taste neben der Leertaste ... ja der ganz grosse Balken unten ... was steht jetzt auf dem Bildschirm ... SAMSUNG ??? ... ist die Kollegin nicht vielleicht doch irgendwo im Laden? Diesmal scheiterte aber alles schon beim Einlegen der Diskette! Irgendwie kann man es tatsaechlich schaffen eine 3,5" Diskette UND eine PCMCIA-Karte in EIN 3,5" Laufwerk zu pressen. Diskette und Karte waren hin, das Laufwerk auch! Die Daten konnten noch von Platte gerettet werden. Man musste ja sowieso zwecks Hardware-Reparatur in die Filiale reisen. :-( Man hatte uebrigens inzwischen versucht das PCMCIA- Laufwerk der Kasse fuer EC-Cash zu nutzen - man kann so kreativ sein, wenn man will. In einer Versicherungsfirma fiel mir als Neuankoemmling auf, dass auf einigen Tastaturen der Sachbearbeiter ein Kleber auf der Space (Leerschlag) -Taste angebracht war mit der Aufschrift: ANY. Auf meine Erkundigung hin erfuhr ich, dass es mittlerweile weniger aufwendig war, die Tastaturen so zu verschoenern, als den Sachbearbeitern Nachhilfeunterricht in Englisch zu geben: "Press any key to continue..." Admin: "Welches Betriebssystem hast Du denn?" User: "Ääh ... Netscape?" Zum Thema Notknöpfe von Rechneranlagen: ich bin zwar selber kein Sys-Op, aber Physikerin, das ist mindestens genauso schlimm und spannend. Habe vor langer Zeit mal mit ein paar weiteren Diplomanden und Werkstudenten in einem Max-Planck-Institut ein neues Büro bezogen, welches vorher dem Rechenzentrum gehörte. Da befand sich, nicht zu übersehen, ein großer roter Knopf an zentraler Stelle in einer Wand. Wir fingen an zu witzeln, "das muss wohl der Notknopf sein, mit dem man das ganze System herunterfährt !" (damals noch eine IBM-Mainframe, an der der halbe Campus hing). Wer den Knopf dann drückte, ließ sich nie wieder eindeutig klären... auf jeden Fall tat er das gewünschte, der Leiter des RZ kam mit hochrotem Kopf angetrabt und drohte, uns allesamt in den Hades zu befördern (so hieß damals sinnigerweise der Hauptbandspeicher von der Kiste). Am nächsten Tag war der Knopf verschwunden... Mittlerweile bin ich Webmasterin an einem anderen Max-Planck-Institut, und auch in dieser Funktion erlebt man schöne Geschichten. Als ich unserem geschäftsführenden Direktor sagte, dass er für das, was ich tue, redaktionell verantwortlich sei, und ich ihn deshalb bitten würde, sich die Seiten doch mal anzusehen, meinte er "Ist gut, drucken Sie es aus und legen Sie mir es auf den Schreibtisch..." die Generalverwaltung verschickt ihre Rundschreiben bzgl. Datenschutz im Internet, layout von offiziellen Seiten, Richtlinien für persönliche Homepages etc. immer noch per Schneckenpost, mit dem Argument, es hätte ja nicht jeder Webmaster e-mail... (außerdem hat man dann ja nicht den Spaß des Abtippens). neulich beim Inventarisieren. In meinem Zimmer steht ein Pentium unter Linux, dessen Hardware ich mir höchstpersönlich zusammengestellt habe. Es kommt also jemand von der Verwaltung ins Zimmer und schreibt auf: ein Monitor der Marke XYZ, ein Tower der Marke ABC... auf den Hinweis hin, dies sei doch nur der Name des Gehäuses, reagiert er nicht: "Das ist doch der Name vom Rechner, sont würde es doch nicht drauf stehen. Sie haben den Rechner ja nicht selber gebaut !". Da kann man natürlich nicht mehr widersprechen... Kennst Du diese Telefone, auf denen nicht nur Zahlen stehen, sondern auch (in Dreier-Bloecken) die Buchstaben des Alphabetes? Ja, einer unserer Kunden hat doch glatt versucht, unsere Web-Adresse (!!!) auf dieser "Telefon-Tastatur" anzuwaehlen! Spaeter fand er doch noch die uebliche Telefonnummer und verkuendete dann ziemlich angesaeuert, dass wir (!) das mit dem Internet doch noch nicht so ganz im Griff haetten. Was soll man da sagen? Ein umsichtieger root hatte gerade eine neu Version seines OS aufgespielt. Aus Sicherheitsgründen legte er gleich einen zweiten user mit rootrechten an. Nachem dem er dann mit allen Konfigurationen zufrieden war dachte er sich: "den zweiten root brauche ich nicht weiter". Also flux das systemscript zur Userverwaltung gestarte Do you want to remove user root2 y Do you want to remove all files of root2 y Na ja, danach konnte er neu installieren ... Ich kann berichten, daß mal beim Hilfetisch (so nennen wir unser Helpdesk) eine Sekretärin angerufen hat, die meinte, an ihrem PC sei der Tassenhalter kaputt. TASSENHALTER?!? Nach diversem Rätseln kamen wir dann endlich drauf, daß es sich um das CD-Laufwerk handelt. (Zugegebenermaßen ist das Design von einigen "Cupholdern" in Autos recht ähnlich...) Sie hatte immer ihre Kaffeetasse auf den ausgefahrenen CD-Halter gestellt. Für solche Lasten ist das Teil natürlich nicht ausgelegt, es muß ja maximal eine CD gewichtsmäßig aushalten. DAU: Ich muesste mal an Computer XXX arbeiten...Wie geht denn das? SO: Ich habe Ihnen doch gestern eine Anleitung gegeben, da steht alles drin. DAU: Wie soll ich mich denn anmelden, ich habe doch gar kein Passwort?! SO: Also, Ihr Benutzername ist XXXXXXX. Und das Passwort ist beim ersten Mal gleich dem Login. DAU: Also soll ich LOGIN schreiben.... SO: Nein, Ihr Benutzername ist XXXXXX und das Passwort ist beim ersten Mal gleich dem Benutzernamen...... (Ein Standardproblem. Und Anleitungen werden ja eh nicht gelesen.) Ich kann berichten, daß ... ...manche Anleitung gar nicht DAU-sicher genug sein kann... Also: Bei mir (Internet-Provider/Support) ruft ein User ein, der unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation des Zuganges befolgt hat und beim Aufrufen unserer Homepage den seltsamen Fehler "Unbekanntes Protokoll oder Protokoll nicht installiert" bekam. Naja, dachte ich, ist halt mal wieder das TCP/IP nicht installiert (Win95). Nachgekuckt - komisch, alles da. Etliche (!) Minuten später: "Buchstabieren Sie mir doch bitte mal, was Sie in die Adreßzeile Ihres Browsers eingegeben haben!" Kunde buchstabiert: "unsere Adresse im Internet (http://www....."). Tja, in der Anleitung steht an dieser Stelle "Bitte geben Sie unsere Adresse im Internet (http://www.....) ein." - Schluck... Ich (Supporter bei einem Internet Provider) nehme nichts ahnend das Telefon ab. Leider konnte ich noch nicht ahnen, daß ich den absoluten DAU am Telelfon hatte. Er sagte, daß nichts läuft und alles richtig installiert ist. Nach einigen Fragen stellte sich heraus, daß der Dau dachte, das einzigste was zum installieren nötig ist, ist Netscape zu starten. es war für Ihn völlig neu, daß er ein Modem oder eine ISDN Karte brauch um sich bei uns einzuwählen. |