
Aus:
Spektrum der weihnachtlichen Wissenschaft, 12/97
GIBT ES DEN WEIHNACHTSMANN?
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Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. ABER
es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert
werden muessen, und obwohl es sich dabei haupsaechlich Insekten
und Bakterien handelt, schliesst dies nicht mit letzter Sicherheit
fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen
hat.
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Es
gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. ABER da
der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten
beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 % der Gesamtzahl
- 378 Millionen Kinder (laut Volkszaehlungsbuero).
Bei einer
durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8
Millionen Haeuser. Wir nehmen an, dass in jedem Haus mindestens ein
braves Kind lebt.
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Der
Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die
verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist (was
logisch erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde.
Somit hat der Weihnachtsmann fuer jeden christlichen Haushalt mit
braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit fuer seine Arbeit: Parken, aus
dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken
fuellen, die uebrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen,
alle uebriggebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein
wieder raufklettern und zum naechsten Haus fliegen.
Angenommen, dass
jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmaessig auf die ganze Erde verteilt
sind (was natuerlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage
akzeptieren wir dies), erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt
zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet
die Unterbrechungen fuer das, was jeder von uns mindestens einmal in
31 Stunden tun muss, plus Essen usw. Das bedeutet, dass der Schlitten
des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen
Schallgeschwindigkeit.
Zum Vergleich:
das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses
Space Probe, faehrt mit laecherlichen 43,8 km pro SEKUNDE. Ein gewoehnliches
Rentier schafft hoechstens 24 km pro STUNDE.
- Die Ladung des
Schlittens fuehrt zu einem weiteren interessanten Effekt. Angenommen,
jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgrosses Lego-Set (etwa 1
kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen,
nicht gerechnet den Weihnachtsmann, der uebereinstimmend als uebergewichtig
beschrieben wird.
Ein gewoehnliches
Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, dass
ein "fliegendes Rentier" (siehe Punkt 1) das ZEHNFACHE normale Gewicht
ziehen kann, braucht man fuer den Schlitten nicht acht oder vielleicht
neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere.
Das erhoeht das
Gewicht - den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet - auf
410.400 Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache
Gewicht der Queen Elizabeth.
- 410.400 Tonnen
bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand
- dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff,
das wieder in die Erdatmosphaere eintritt. Das vorderste Paar Rentiere
muss dadurch 16,6 TRILLIONEN Joule Energie absorbieren. Pro Sekunde.
Jedes.
Anders ausgedrueckt:
sie werden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das naechste
Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein
ohrenbetaeubender Knall erzeugt. Das gesamte Team von Rentieren wird
innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden vaporisiert.
Der Weihnachtsmann
wird waehrenddessen einer Beschleunigung von der Groesse der 17.500-fachen
Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann (was
der Beschreibung nach laecherlich wenig sein muss) wuerde an das Ende
seines Schlittens genagelt - mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.
Damit kommen wir zu dem Schluss:
WENN
der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat, ist
er heute tot.
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